Ein populärer Ratgeber und Bestseller aus dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung und spirituellen Lebenshilfe befasst sich mit den Gedankenschleifen und Selbstzweifel in uns.
Das Buch „Hör auf zu glauben, was du denkst“ von Joseph Nguyen befasst sich damit zu erkennen, dass nicht jeder Gedanke, den du hast, die Wahrheit ist und dass ständiges Grübeln und das Festhalten an negativen oder einschränkenden Gedankenschleifen die Ursache für seelisches Leid, Selbstzweifel und Selbstsabotage sind.
Der Autor vermittelt auf einfache und klare Weise, wie du:
- Aus immer gleichen Gedankenschleifen aussteigst.
- Selbstzweifel und Selbstsabotage beendest.
- Selbstzerstörerische Gewohnheiten loslässt.
- Inneren Frieden, Gelassenheit und Zufriedenheit findest.
- In Kontakt mit deiner inneren Weisheit kommst, die über das rationale Denken hinausgeht.
Die zentrale Botschaft ist oft, dass Schmerz unvermeidlich, Leiden aber optional ist, und dass du ein erfülltes und glückliches Leben führen kannst, indem du die Art und Weise veränderst, wie du mit deinen eigenen Gedanken umgehst und ihnen nicht mehr automatisch Glauben schenkst.
Das Buch „Hör auf zu glauben, was du denkst“ von Joseph Nguyen beschäftigt sich nicht direkt mit neurowissenschaftlichen Studien oder dem wissenschaftlichen Konzept des Unterbewusstseins im Sinne von Libet-Experimenten oder Freiem Willen. Aber sehr spannend: Die praktische Schlussfolgerung ist sehr ähnlich.
Joseph Nguyen Buch basiert auf der Idee, dass wir Zugang zu einer tieferen „inneren Weisheit“ oder „Intuition“ haben, die über die Grenzen des bewussten, analytischen Denkens hinausgeht.
Man könnte sagen, dass wir die unbewussten oder intuitiven Prozesse in unseren Gedanken als eine Quelle der Klarheit ansehen können. Im Buch wird stark unterschieden zwischen:
- Gedanken (Thoughts/Mind): Die endlosen, oft negativen, selbstkritischen oder ängstlichen Grübeleien, die uns plagen – das bewusste Denken, das wir ständig beobachten. Das ist der Teil, dem wir laut Buchtitel nicht mehr glauben sollen.
- Innere Weisheit/Intuition: Ein spontaner, ruhigerer Impuls oder eine Erkenntnis, die ohne bewusste Anstrengung auftaucht. Dies ist die Ebene, die dem Unterbewusstsein oder einem tieferen Bewusstseinszustand am nächsten kommt und zu der uns das Buch hinführen möchte.
Das Ziel des Buches ist also: Die Dominanz des (bewussten) Denkens zu beenden, um die (unbewusste/intuitive) Weisheit in dir wirken zu lassen.
Quintessenz
Das, was Joseph Nguyen in seinem Buch anspricht – nämlich die „innere Weisheit“ und die Aufforderung, dem bewussten Grübeln weniger Macht zu geben – knüpft direkt an die moderne Forschung an. Wenn dein bewusster Verstand nur ein kleiner Teil des Ganzen ist und das Unbewusste ständig komplexe Entscheidungen trifft: Warum solltest du dann dem lauten, ängstlichen Grübeln deines Bewusstseins mehr vertrauen als der ruhigen, schnellen Intuition aus der Tiefe deines Verstandes? Das ist der spannende Link zwischen Ratgeberliteratur und Neurowissenschaft!
Daher, ein sehr empfehlenswertes Buch!
Die Forschung zu unserem Unbewussten (in der wissenschaftlichen Psychologie oft der präzisere Begriff als „Unterbewusstsein“) ist eines der spannendsten und aktivsten Gebiete überhaupt!
Ein Einblkick in die zentralen und aufregendsten Erkenntnisse, die die Psychologie und Neurowissenschaften in den letzten Jahrzehnten gewonnen haben:
1. Der „Autopilot“ trifft 95 % unserer Entscheidungen
Die vielleicht spektakulärste Erkenntnis ist: Der Großteil unserer mentalen Prozesse läuft unbewusst ab.
- Verarbeitungs-Gigant: Schätzungen zufolge verarbeitet unser Gehirn etwa 11 Millionen Bits an Informationen pro Sekunde, aber nur ein winziger Bruchteil (ca. 40 bis 50 Bits) davon dringt in unser Bewusstsein.
- Schnelle Entscheidungen: Das Unbewusste ist unser „Autopilot“. Es stützt sich auf alle Erfahrungen, Emotionen und gelernten Muster, die wir jemals gespeichert haben, um blitzschnell zu reagieren. Man geht davon aus, dass etwa 95 % unserer täglichen Entscheidungen (vom Griff zur Kaffeetasse bis zur emotionalen Reaktion) von diesem unbewussten System vorweggenommen oder gesteuert werden.
- Zeitvorsprung: Berühmte Studien (wie die von John-Dylan Haynes, die an die früheren Libet-Experimente anknüpfen) haben gezeigt, dass die Hirnaktivität für eine Entscheidung (z.B. welcher Knopf gedrückt wird) Sekunden bevor wir den bewussten Entschluss fassen, bereits messbar ist. Das Gehirn hat die Entscheidung also schon eingeleitet.
2. Das Unbewusste als „Informierter Intuitionist“
Es ist nicht nur ein dumpfes, instinktives System. Es ist unglaublich clever und informiert!
- Mustererkennung: Das Unbewusste ist ein Meister darin, komplexe Muster in unserer Umgebung und in sozialen Situationen zu erkennen und zu speichern – oft ohne, dass wir es bewusst merken. Diese Muster helfen uns, zukünftige Ereignisse vorherzusagen und intuitiv zu handeln.
- Episodisches Gedächtnis: Aktuelle Forschung korrigiert die frühere Lehrmeinung: Selbst komplexe, unbewusst wahrgenommene Erlebnisse können im sogenannten episodischen Gedächtnis gespeichert werden – und das möglicherweise sogar vergessensfreier als bewusst gelernte Inhalte!
- Intuition: Was wir als „Bauchgefühl“ oder Intuition bezeichnen, ist oft das Ergebnis dieser riesigen, unbewussten Datenbank. Das Unbewusste präsentiert uns eine „fertige“ Lösung oder Bewertung, ohne den mühsamen, langsamen bewussten Rechenweg.
3. Der Unterschied zwischen „Unbewusst“ und „Unterbewusst“
In der modernen wissenschaftlichen Psychologie wird oft eine Unterscheidung getroffen, auch wenn die Begriffe im Alltag vermischt werden:
| Begriff | Wissenschaftliche/Psychodynamische Bedeutung |
| Das Unbewusste | Vorgänge, die uns gänzlich unzugänglich sind (Herzschlag, neuronale Verarbeitung) ODER verdrängte Konflikte/Traumata (Freud‘sche Sicht). |
| Das Vorbewusste / Unterbewusstsein (oft synonym) | Informationen, die nicht aktiv im Bewusstsein sind, aber leicht abgerufen werden können (z. B. eine Erinnerung, die dir später einfällt). |
Bildnachweis: 1tamara2 / pixabay







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