Nachdem wir im Artikel ‚Gemüse vs. Fleisch‚ bereits das ideale Verhältnis von Gemüse, Kohlenhydraten und gegebenenfalls Fleisch erörtert haben, widmen wir uns heute dem statistischen Zusammenhang von Ernährung, Gesundheit und Krankheit.
Statistiken machen den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit besonders deutlich:
Die Wissenschaft betrachtet hier vor allem die sogenannten ernährungsbedingten Risikofaktoren, die maßgeblich zu Zivilisationskrankheiten (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes Typ 2) beitragen.
Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten statistischen Aussagen und Zusammenhänge für Deutschland und weltweit:
1. Statistiken zur Gesamtauswirkung der Ernährung
- Jeder fünfte Todesfall weltweit ist auf eine ungesunde Ernährung zurückzuführen (Stand Global Burden of Disease Study).
- In Europa ist jeder sechste Todesfall (ca. 1,55 Millionen jährlich) mit einer Fehlernährung assoziiert.
- In Deutschland sind etwa 31 % aller Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf eine unausgewogene Ernährung zurückzuführen.
Dabei geht es weniger um einzelne Lebensmittel, sondern um das Fehlen schützender Komponenten und das Übermaß schädlicher Komponenten.
2. Der Mangel: Gemüse und Vollkorn-Kohlenhydrate (Platz 1 & 2)
Die Statistiken zeigen, dass der Mangel an schützenden Lebensmitteln einer der größten Risikofaktoren ist.
| Lebensmittelgruppe | Statistischer Befund (Ursache/Mangel) |
| Gemüse (Platz 1) | Zu geringer Konsum ist ein Hauptproblem. In Deutschland erreichen nur etwa 45 % der Frauen und 24 % der Männer die Empfehlung für den täglichen Obst- und Gemüsekonsum („5 am Tag“). Ein niedriger Gemüseverzehr erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten. Beispiel: Höherer Gemüsekonsum, insbesondere von Blattgemüse, wurde in Studien mit einem bis zu 46 % geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme assoziiert. |
| Vollkorn-Kohlenhydrate (Platz 2) | Der größte Mangel in Deutschland. Statistisch gesehen gilt der deutlich zu geringe Verzehr an Vollkornprodukten als einer der häufigsten ernährungsbedingten Risikofaktoren für Krankheit und Sterblichkeit in Deutschland. Der Mangel an Ballaststoffen erhöht das Risiko für Darmkrebs und Verdauungsprobleme. |
Fazit: Der Mangel an pflanzlichen Ballaststoffen, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen aus Gemüse und Vollkorn ist statistisch gesehen ein massiver Treiber von Krankheiten.
3. Das Übermaß: Fleisch (Platz 3)
Statistiken beziehen sich hier hauptsächlich auf rotes Fleisch (Rind, Schwein, Lamm) und verarbeitetes Fleisch (Wurst, Schinken).
| Lebensmittelgruppe | Statistischer Befund (Überkonsum) |
| Rotes und Verarbeitetes Fleisch (Platz 3) | Risiko durch Überkonsum belegt. Ein hoher Konsum ist mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und insbesondere Darmkrebs assoziiert. Beispiel: Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) steigt das Risiko für Darmkrebs um 18 % pro täglich konsumiertem 50 Gramm Wurst und um 17 % pro täglich konsumiertem 100 Gramm unverarbeitetem rotem Fleisch. |
| Realität in Deutschland | Überempfehlung: Etwa 27 % der Erwachsenen (Männer deutlich häufiger als Frauen) konsumieren in Deutschland mindestens dreimal pro Woche rotes Fleisch, was die allgemeine Empfehlung (max. 300–600 g Fleisch pro Woche insgesamt) oft überschreitet. |
Fazit: Rotes und verarbeitetes Fleisch ist statistisch durch den Überkonsum ein nachgewiesener Risikofaktor, insbesondere für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Schlussfolgerung
Die Statistik bestätigt das „Siegertreppchen“:
- Gemüse und Vollkorn-Kohlenhydrate (Platz 1 & 2): Der Mangel an diesen Lebensmitteln ist einer der größten gesundheitlichen Risikofaktoren der Bevölkerung.
- Fleisch (Platz 3): Der Überkonsum von rotem und verarbeitetem Fleisch trägt signifikant zu den ernährungsbedingten Krankheiten bei.

Bildnachweis: 1. Canva / tippgeber.com 2. GGI







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